Wenn ich bei mir bin

Was für ein Tag und es ist erst 16 Uhr.

Nach meinem Morgenritual, welches aktuell mehrere Elemente beinhaltet, startete um neun Uhr das letzte „Beyond your limits“-Seminar von Anna Nussbaumer. Wir schauten zuerst zurück aufs vergangene Jahr, integrierten dann, was da so alles los war und richteten uns zum Abschluss aus, um für 2023 zu manifestieren. Was danach noch passierte, möchte ich euch heute erzählen, aber alles von Vorne.

Als ich heute aufgestanden bin und aus dem Fenster schaute, stellte ich freudig überrascht fest, dass es über Nacht wieder geschneit hatte. Gestern schmolzen nämlich die 5-10cm, welche vergangenes Wochenende gefallen waren, wieder dahin. Ich liebe diese weisse Decke, die die Umgebung in eine Stille taucht.

Morgenritual

Vor ein paar Wochen habe ich mir angewöhnt, vor der Arbeit mehr Zeit für mich zu nehmen. Statt einfach nur aufzustehen, anzuziehen, Zähne zu putzen und vielleicht noch ein Frühstück einzupacken, wollte ich entspannter, gelassener und gleichzeitig genährter in den Tag starten. Ich wollte mir die Ruhe in den frühen Stunden zu Nutze machen, da diese am Abend nicht mehr vorhanden ist.

Mein Morgen sieht nicht immer gleich aus. Getreu meinem Human Design Typen „Manifestierende Generatorin“ brauche ich nämlich Abwechslung. Und so habe ich mir einfach angewöhnt, Dinge auszuprobieren und sie auch anzupassen, wenn sie sich gerade in dem Moment nicht gut anfühlen. Folgende Elemente bastle ich nach meinen Wünschen zusammen.

  • Gesicht reinigen
  • Yoga machen (seit Anfang Woche wieder)
  • Dehnen
  • Tanzen
  • Kalte Dusche nehmen (erst seit gestern)
  • Hundespaziergang vor der Arbeit
  • Warmes Zitronenwasser trinken
  • Niederländisch lernen

Nachdem ich heute also mein Gesicht gereinigt, 15min Sunrise-Yoga mit Adriene gemacht und eine kurze kalte Dusche genommen hatte, nahm ich das warme Zitronenwasser und zog mich in meinem Zimmer zurück.

Beyond your limits

Zwanzig Minuten bevor das Online-Seminar startete, begann ich zu notieren, was in diesem 2022 eigentlich so los war.

  • Was habe ich getan
  • Was habe ich geschafft
  • Was habe ich losgelassen

Nun ja, ich kam gerade mal bis Juni und es ist unfassbar, was nur schon im ersten Halbjahr im privaten los war. Beruflich war ich dieses Jahr für über 10 App-Releases verantwortlich. Mehr ins Detail will ich jetzt hier gar nicht gehen, gefühlt hat jede und jeder von uns, von euch, so viel erlebt und geschafft in diesem Jahr. Oder wie fühlt es sich für dich an? Hast du auch schon zurück geschaut, auf die vergangenen zwölf Monate? Erzähl mir gerne davon.

Im Seminar heute habe ich gelernt, dass wir die Reflexion und auch die Integration brauchen, um zu reifen und um weiser zu werden. Nur einfach immer nur Vollgas geben, weiter, höher, schneller, dies abschliessen, das erreichen, das ist vermutlich nicht so tiefgründig und nachhaltig. In der Integration ging’s dann umss fühlen der gefundenen Oberbegriffe, welche die einzelnen Monate umschreiben sollten. Dazu – wie sehr oft bei Anna – mit passender Musik zur Unterstützung. Und zum Abschluss ging’s dann um das Gefühl für die Zukunft. Welches Gefühl will ich mir manifestieren. Welche Gefühl will ich im 2023 noch öfters oder intensiver spüren? Soviel sei verraten: Bei mir ist es „Zuhause im Körper“.

Solo-Spaziergang

Nach einer Stärkung in Form eines Polenta-Porridge machte ich zuerst einen Makro-Spaziergang, barfuss im Garten. Das musste einfach sein, weil ich mich so einfach gut spüre. Ja, ich hab letzten Winter auch mal einen 45min Spaziergang im Schnee gemacht, aber heute stand das nicht auf dem Programm.

Im Wald drin

Anschliessend packte ich mich in gefütterte Hosen, Winterschuhen, Winterjacke und Mütze ein und ging alleine nach draussen. Das mach ich leider viel zu selten, neben dem täglichen Hundespaziergang. Es gibt da einen kleinen Wald, wo selten andere Menschen anzutreffen sind und das geniesse ich sehr. Dieser Wald gibt mir Kraft, er bringt mich zu mir selber.

Ich ging langsam. Ich atmete tief. Ich schaute mich um. Ich hörte mich um. Ich genoss die Stille, die Zeit und den Raum für mich alleine. Ich war berührt von der Natur. Von dieser Schönheit und Ruhe. Während ich mich dem allem hingeben konnte, kamen ab und zu Tränen. Und mir gingen unter anderem in etwa diese Gedanken durch den Kopf:

Warum fragen wir, wenn Menschen weinen: „Was ist passiert? Was macht dich traurig?“
Warum haben wir Mitleid? Warum schmerzt es uns, wenn wir andere weinen sehen?
Warum ist weinen so negativ behaftet?
Warum fragen wir nicht: „Was konntest du loslassen?“
Weinen tut doch so gut.

Rückblickend betrachtet… nein bereits während dem vermutlich stündigen Spaziergang, spürte ich die verschiedenen Phasen. Im Wald kam ich mir selber näher. Ich zog mich zu und in mich zurück. Ich spürte, was mir fehlt. Ich war traurig, aber nicht in einem negativen Sinn. Dann ging der Weg aus dem Wald hinaus und ich wollte zuerst an einer anderen Stelle wieder hinein, wollte mich vielleicht in diesem Gefühl suhlen. Vielleicht hatte ich Angst, wieder raus aus meinem Kokon zu gehen. Ich versuchte vor der Gabelung zu spüren, ob ich rein oder aussen rum gehen will. Es brauchte einige Schritte in Richtung hinein, bis ich spürte: Nein, das brauch ich nicht mehr. Ich brauche was anderes. Und so ging ich danach dem Wald entlang. Die Nähe tat mir gut. Und auch die offene Seite tat mir gut. Und dann kam ich an diese Stelle:

Der Weg öffnete sich und ich spürte, wie ich bereit war für den eher ungeschützten Weg.

Auf dem offenen Feld

Ich ging weiter und es fühlte sich so gut an, so passend, so richtig. Alles was war, hab ich gebraucht und jetzt geht’s so weiter. Ich schaute viel auf den Weg und als ich dann meinen Kopf wieder mal hob, entdeckte ich die paar riesigen, wunderschönen und stolzen Bäume. Ich kam in der Vergangenheit schon öfters hier vorbei, aber noch nie machten sie einen solch starken Eindruck auf mich.

Und wieder kamen mir die Tränen, vor Rührung. Vor Ehrfurcht? Die Natur ist so wunderschön. Sie tut mir so gut. Sie nährt mich. Mit jedem Schritt spürte ich, wie die Schwere und Traurigkeit ging und Leichtigkeit und Freude folgten. Was für eine Reise zu mir selbst, wieder einmal.

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